Rheumatoide Arthritis (RA)Mit Abatacept kann Manifestierung der RA um mehrere Jahre hinausgezögert werden
Bei Patienten mit präklinischer RA kann durch eine 6-monatige Behandlung mit Abatacept die Manifestierung der Erkrankung um mehrere Jahre hinausgezögert werden. Das hat ein Follow-up von 53 Studienteilnehmern der ARIAA-Studie ergeben, die nach 18 Monaten noch nicht an RA erkrankt waren. Die langfristige Wirksamkeit der Therapie zeigte sich besonders deutlich bei Patienten mit hohen Titern von IgA anti-citrullinierten Protein-Antikörpern (ACPA) und von Rheumafaktor (RF) bei Studienbeginn.
In der ARIAA-Studie bei insgesamt 98 Personen mit hohem RA-Risiko – sie waren IgA ACPA-positiv, hatten aktuell oder in der Vergangenheit Gelenkschmerzen (ohne Schwellung) und eine subklinische Entzündung der Hände im MRT-Bild – war die vorbeugende Wirkung einer 6-monatigen Therapie mit dem T-Zell-Kostimulationsinhibitor über 18 Monate belegt worden. Im Mittel ergab sich unter Abatacept im Vergleich zur Placebogruppe eine um 3,5 Monate (95% CI 1,0-6,0; p=0,0066) verlängerte RA-freie Zeit. In der Langzeitbeobachtung haben Rheumatologen der Universität Erlangen-Nürnberg zeigen können, dass sich die vorbeugende Wirkung der 6-Monatstherapie über bis zu 5 Jahre nachweisen lässt.
Von den 53 Studienteilnehmern ohne RA nach 18 Monaten – im Mittel 51 Jahre alt, 70% Frauen – waren 32 initial mit Abatacept behandelt worden. Durch die Therapie wurde bei ihnen die RA-freie Zeit im Schnitt um 10 Monate (42 Wochen, 95% CI 2–82) verlängert. Mit zunehmenden IgA ACPA-Werten bei der Eingangsuntersuchung wurden die Unterschiede im Vergleich zur Placebogruppe ausgeprägter. Eine ähnliche Korrelation zeigte sich mit den RF-Titern. Bei Personen mit RF > 50 IU/ml aus der Abatacept-Gruppe wurde ein Zugewinn von im Mittel 59 Wochen (95% CI 14-132) RA-freier Zeit nach 5 Jahren beobachtet, während es bei Personen ohne RF oder mit niedrigen Titern bei der Eingangsuntersuchung keine Unterschiede zur Placebogruppe gab. Bei der letzten Untersuchung 9,5 Jahre nach Studienbeginn waren 17 Personen der Abatacept- und 9 der Placebo-Gruppe an RA erkrankt, damit in beiden Gruppen etwa ein Viertel der initial randomisierten Studienteilnehmer. Die 28 Personen, die nach wie vor keine RA hatten, hatten nach Angaben der Studienautoren zu Beginn niedrigere RF-Titer, eine geringere Erythrozyten-Sedimentationsrate und weniger klinische Beschwerden.
- Schett G et al. Effects of abatacept for those at high risk of rheumatoid arthritis. Lancet Rheumatol 2026, epub March 17. doi.org/10.1016/S2665-9913(26)00052-4
- Rech J et al. Abatacept inhibits inflammation and onset of rheumatoid arthritis in individuals at high risk (ARIAA): a randomised, international, multicentre, double-blind, placebo-controlled trial. Lancet 2024; 403 (10429): 850-859. doi.org/10.1016/S0140-6736(23)02650-8
(ID:50846035)
Sie möchten gerne kostenfrei weiterlesen?
Sie sind neu auf rwf-online.de?
Dann registrieren Sie sich bitte einmalig für das Radiologen WirtschaftsForum, um alle Beiträge kostenfrei in voller Länge lesen zu können.
RegistrierungSie sind bereits Leser des Radiologen WirtschaftsForum?
Super! Dann geben Sie bitte einfach Ihre E-Mail-Adresse an.