Rheumatoide Arthritis (RA)Tiefe Remissionen ohne Entzündungszeichen sind langfristig besonders stabil
Das Therapieziel ist bei Patienten mit RA eine Remission, definiert z. B. als Disease Activity Score (DAS) 28-CRP oder -ESR < 2,6. Prognostisch besonders günstig sind laut einer aktuellen Studie tiefe Remissionen ohne jegliche Hinweise auf entzündliche oder geschwollene Gelenke und normale Entzündungsmarker (C-reaktives Protein [CRP] ≤ 10 mg/l, Erythrozytensedimentationsrate [ESR] ≤ 15 mm/h bei Männern und ≤ 20 mm/h bei Frauen). Wird dies erreicht, sind die Chancen auf langfristige Remissionen und ein erfolgreiches „Tapering“ der Medikamente ohne Flare besonders hoch.
An der Real-World-Studie nahmen insgesamt 541 RA-Patienten teil, die am Universitätsklinikum in Peking behandelt worden sind. Bei 145 wurden DAS28-CRP-Remissionen erreicht, bei 32 tiefe klinische Remissionen nach den genannten Kriterien. Die Patienten waren in beiden Gruppen ähnlich alt (im Schnitt 54 bzw. 56 Jahre), der Anteil der Frauen lag deutlich über 80%, die Krankheitsdauer betrug im Mittel 10 Jahre.
Krankheitsaktivität bei tiefen Remissionen deutlich geringer
In der Gruppe mit tiefen Remissionen waren nicht nur druckempfindliche (0 vs. 0,5+/-0,9) und geschwollene Gelenke (0 vs. 0,5+/-1,2, p<0,001) signifikant seltener, sondern auch die Werte für ESR (9,9+/-4,4 vs. 29,2 +/- 18,9 mm/h) und CRP (2,8 +/-2,1 vs. 6,3 +/-6,7 mg/l) sowie die Krankheitsaktivität (DAS28-CRP 1,6 +/-0,2 vs. 2,1+/-0,3) deutlich geringer (p jeweils < 0,001) als in der Vergleichsgruppe. Im 5-Jahres-Follow-Up zeigten sich langfristig deutliche Vorteile für Patienten, die tiefe Remission ohne residuale Entzündungen erreicht hatten. 62,5% (95% CI: 45,3%-77,1%) von ihnen zeigten anhaltende DAS28-CRP-Remissionen zu jedem Untersuchungszeitpunkt im Vergleich zu nur 38,1% (95% CI: 29,6%-47,3%; p<0,046) in der Vergleichsgruppe.
Flare-Risiko bei Ausschleichversuch reduziert
Ein Tapering der Medikamente, das im Verlauf bei mehr als der Hälfte der Studienteilnehmer versucht worden ist, korrelierte bei allen Patienten mit einem erhöhten Risiko für einen Krankheitsschub, definiert als Anstieg des DAS28-CRP > 0,6 und Werte > 2,6. Dieses Risiko war allerdings bei Patienten, die keine tiefe Remissionen erreicht hatten, fast 8,5-fach höher als bei Patienten mit tiefen Remissionen. In größeren Studien müssten diese Daten noch bestätigt werden, schreiben die Autoren. Die Ergebnisse sprächen aber dafür, in der klinischen Routine beim RA-Management auch tiefe Remissionen zu erfassen.
- Li H, Zhou M, Zhu H et al. Sustaining remission in rheumatoid arthritis: the role of clinical deep remission and its implications for drug tapering. RMD Open2026; 12: e006387. doi.org/10.1136/rmdopen-2025-006387
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